LRS/Legastehnie

Es gibt  drei verschiedene Definitionen  (Internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD-10) dieser Teilleistungsstörung:

  • Lese-Rechtschreibstörung (Leseleistung unter dem Niveau der gleichen Altersgruppe)
  • Isolierte Rechtschreibstörung (reine Rechtschreibprobleme bei gleichzeitiger normaler Leseleistung)
  • Kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten (Kombination der in Punkt 1 und 2 genannten Probleme)

In Deutschland sind es sechs bis neun Prozent der deutschen Erwachsenen, deren Lesefähigkeiten unter denen durchschnittlicher Schüler der Klasse 4 liegen. Der Anteil von Schulkindern  mit Lese-Rechtschreibschwäche liegt (nach V. Schroth „Lese-Rechtschreibschwäche, Grundlagen, Wissen und visuelle Besonderheiten“ ) sogar bei „mindestens 15%“.

Bereits in der 1. Klasse der Grundschule ist „Schule“ für solche Kinder frustrierend. Sie haben Angst oder  lassen über eigene Vermeidungsstrategien die Eltern und Lehrer oft im Unklaren über ihre tatsächliche Leistung.  Manche Kinder reagieren aggressiv gegenüber schriftsprachlichen  Anforderungen.

Damit geht einher, dass die Kinder nicht lesen wollen. Es wird ein echter Teufelskreis in Gang gesetzt, der sich bei einigen Kindern auf die gesamte Schullaufbahn auswirkt. Viele Kinder mit Legasthenie schaffen es aber trotzdem, die Universität mit Erfolg abzuschließen und  überdurchschnittliche bis herausragende Lebensleistungen auf wissenschaftlichem Gebiet ( z.B. Einstein) zu erbringen.

Das Muster „Misserfolg – Entmutigung — weniger Anstrengung – weitere Misserfolge“, das Christian Klipera in seinem Buch „Psychologie der Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten“ benennt, muss durch besondere lerntherapeutische Unterrichtsmethodiken und Elternverhalten durchbrochen werden.

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